DFG KREMSBRÜCKE

 

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KREMSBRÜCKE

 

Interessantes und Amüsantes aus längst vergangenen Tagen.

Der Name "Krems" scheint schon 1150 n. Chr. als "Chemese" auf . 1619 Khembser. Im Lungau wird heute noch "Kems" (ohne r) gesprochen. Ursprünglich aus dem Slawischen stammend, bedeutet der Name "lieb". Ähnliche Bedeutung haben "Gamschitz", "Lieser" und "Leoben".

1545 - wurde in Kremsbrücke ein Zollamt eingerichtet. Zölle wurden auf Salz, Blei, Wein geschlagen. 1554 - Verlegung des Zolles von Lieserhofen nach Kremsbrücke. Oberzollamt mit Filialen Oberdrauburg, Döllach, Winklern, Mallnitz, Reichenau, Millstatt, Stadl und Murau. Zölle auf Öl, Honig, Glas, Erzfuhren aus der Innerkrems.

1757 - Kremsbrücke wird Filiale des ÖA Villach, bleibt aber Grenzzollamt gegen Salzburg bis 1829. Von 1754 bis 1892 wurden auch Weg- und Brückenmauten eingehoben. Durchschnittliche Einnahmen in den Jahren 1590 - 1602 waren 30.000 Gulden im Jahr. 1550 - gingen 4720 Fuhren Wein über Kremsbrücke nach Norden.

Der Kremser Bergbau war sicher um 1300 n. Chr. schon bekannt.

1401 - erließ der Erzbischof von Salzburg als Besitzer Bergvorschriften für die Knappen am Stubenkogel. Am 23. August 1651 verkaufte der Graf von Ortenburg den Bergbau in der Krems an Frau Katharina, Gräfin von Lodron. Der Bergrichter in der Krems mit Sitz in Kremsbrücke unterstand dem Hochgericht Gmünd.

1570 - trat der Pfarrer von St. Andrä in der Krems zu Protestantischen Glauben über, sein Nachfolger, Peter Lessacher ebenfalls, worauf ihn der Erzpriester "beurlaubte". Die Nachbarn in der Krems und die "Gesellschaft des Eisenbergwerkes" setzten sich für den Verbleib ein. Von Bergwerksleuten unterstützt, wirkte Lessacher, obwohl vom Erzpriester verwiesen, noch weiterhin, weil er das "Volk in allen Orten" an sich zog.

1687 - hatte die Pfarre St. Andrä 257 Seelen zu versorgen! Zuständig war die Pfarrkirche St. Peter im Katschtale. Jeden 3. Sonntag hatte der Pfarrer in der Krems die Messe zu lesen. Ab 1735 wirkte ein Pfarrer Bartholomäus Betagk in der Krems. Später wechselten die Bezeichnungen sowie Versorgungen, einmal von St. Niklas im Katschtale (1816) aus, später wieder von Krems-brücke aus. 1828 - betrug die Seelenzahl im Winter 176, im Sommer aber wegen der vielen Alpenleute 250. 1788 - empfahl der Erzpriester Tschernigor die Auf-lassung der Kapelle in Krems-brücke, da hier nur 147 Seelen seien, und die Kirche nur eine Viertelstunde von St. Niklas entfernt liege, doch es wurde die Kuratie 1823 von St. Nikolai an die neu eingeweihte Kremsbrückner Kirche vergeben.

Um die Mitte des 17. Jhdt`s begann eine regelrechte Völkerwanderung zum "Freimannsloch", da einen riesigen Schatz beherbergen soll. 1746 begann abermals eine lebhafte Suche. Italiener, Deutsche, Windische, sogar Ungarn beteiligten sich an der Suche nach dem Schatz. Der liegt aber noch immer unentdeckt in seinem Versteckt.

1777 - wurden 11210 Fuder Erz nach Eisentratten und Kremsbrücke befördert, zurück blieben 4528 Fuder. Die Hochofenanlagen in Kremsbrücke und Eisentratten waren alte Anlagen. Die gehören ohne Zweifel mit zu den ältesten Schmelzanlagen Mitteleuropas. 1651 - wurde für das Blahhaus ein Kohlenbarren für die Holzkohlen gebaut, der 60 Schuh lang und 40 Schuh breit war. 1720 betrug die Kohlenzufuhr 14.071 1/2 Sack. Das Holz für die Kohle wurde aus dem Wäldern des Malta-, Lieser- und Katschtales bereitgestellt.

Unter der Kremsbrücke waren beim sogenannten Klampfererbüchl zwei Hammerwerke mit zwei Arbeitsfeuern untergebracht. (Ortsname Neuhammer). 1870 wurde der Betrieb aller Anlagen eingestellt.

1887 - hat der damalige Pionierhauptmann Adalbert Szibenlißt Studien über den Bau der Tauern - Eisenbahnlinie betrieben um kam zu dem Entschluss, das "als rationellste Trance die Linie von Radstatt durch die Flachau, ...Katschberg, Liesertal über Gmünd nach Spittal" in Frage käme.

Am 18. Mai 1765 schlug in einem Kremsbrückner Gasthaus ein Pleschberger Knecht dem Mautamtsschreiber so heftig ins Gesicht, dass dieser mehrere Tage hindurch nicht aus dem linken Auge sehen konnte. Die Strafe: 15 Stockstreiche und Arrest bis zum Lichtläuten (Abend) bei Wasser und Brot.

1615 - war Kirchtag beim Kolferwirt in Kremsbrücke. Zum Tanz geladen war auch der Landrichter zu Rauchenkatsch. Doch der Nachbarwirt, Andreas Khusz, holte die Musikanten in sein Lokal. Dies passte wiederum dem Koflerwirt nicht. Bei dem anschließenden Raufhandel wurde auch der Landricher verprügelt. Die Wirtin wurde eingesperrt, auch ihr Mann wurde von der Verhandlung weg ins Loch gesteckt. Doch dem nicht genug: auf dem Nachhauseweg wurde der Landrichter von Bauernburschen verfolgt, über die Brücke des Schlosses hinuntergeworfen und musste einige Tage auf einem Acker verbringen. Von einer Verurteilung der Übeltäter hörte man nichts.

Abschließend sei noch ein alter Bauernspruch aus unserer Gegend erwähnt, der die Wertigkeit von Vieh und Mensch zeigt: "S´Weibersterben bringt kan Bauer ins Vaderbn; s`Roßvarreckn, das könnt den Bauer daschreckn".

 
(Text stammt von Michael Oberdorfer)

 Gasthof zur Post - Kremsbrücke - Kärnten

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